Archiv für den Monat Dezember 2014

Gott würfelt nicht?

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Natürlich würfelt der nicht, Albert. Wie sollte auch jemand würfeln, der gar nicht existiert?

Ich habe keine Ahnung, wen oder was du dir da unter dem Begriff Gott vorgestellt hast.

Für mich ist dieses Gottilein eine Illusion, einzig zum Zwecke, die Menschen dahin zu biegen, wo sie am einfachsten zu händeln sind. Ihre ewige Sehnsucht, ihr Bedürfnis nach Liebe, ihre Suche nach Sicherheit und Geborgenheit – all das vermag so ein Ding zu befriedigen. Scheinbar. Gott, ein Selbstbedienungsladen für Verirrte?

Einen sicheren Schoß sucht der Mensch seit Tausenden Jahren. Irgendwann kroch der aus seiner Höhle, bedeckte mit der Hand die geblendeten Augen und tastete sich Stück für Stück hervor aus dem Dunkel. Die Feststellung, dass es für ihn kein Hinaus gibt, traf ihn hart. Grund genug, nicht auf sich zu vertrauen? Schreckt die Dunkelheit, der Gedanke, nur wieder eine neue Höhle betreten zu haben? Und das Licht, das er heute vermeint zu sehen?

Ein Flachbildschirm.

Die heile Welt der dpa: unnütze Weihnachts-Tipps für Idioten

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Es wird immer blöder in Deutschland …:-)

ScienceFiles

Die deutsche Presseagentur, kurz: dpa, hat es derzeit mit Idioten. Erst sitzt Anja Garms von dpa einem Scherz auf, den sich britische Wissenschaftler erlaubt haben, und verkündet in der Inbrust aller Überzeugung, zu der sie fähig ist: „Männer sind Idioten“, ausnahmslos und alle, weil sie eben Männer sind, und jetzt gibt ein (aus gutem Grund) namenlos gebliebener Mitarbeiter von dpa all den deutschen Idioten (also nicht nur den Männern) Tipps, die nicht wissen, wie Weihnachten abzulaufen hat, und die das Fest durch ihre Unkenntnis gefährden.

dpaWas an den Tipps zu „So vermeiden Sie Familienstreit an Weihnachten“ wissenschaflich interessant ist, sind nicht die vier Tipps,  die sich in kurz: 1) miteinander reden, 2) nicht lügen, 3) seinen Egoismus nicht allzu offen ausleben und 4) nicht streiten, zusammenfassen lassen, vier Tipps also, auf die Sie, wir und auch sonst niemand in Deutschland von alleine gekommen wäre, interessant ist die Vorstellung von Weihnachten und von Deutschen, die bei der…

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Na warde! (Altmärkisches Plattdeutsch mit Übersetzung)

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Wann de Tüffeln utjegroam
un dat Strou jesnitten is,
ward de Stuv un d’ Herze woam,
kümmt de Wiehnachtstied jewiss.

Un de olle Knecht stappt drußen
anne Husdör nich vorbie,
lohnt de Fleiß, bestraft de Flusen,
hätt vör oll Jeschenk dabie:

Erna kricht ne nüe Dosche,
Hans een Löffel vör de Schou,
Minna kricht up eere Gosche
Lack un eene Spölzeuchkou.

Ick wär nimmer brav gewesste,
meent de Vadder hüt to my,
för solch Kinner gäbs tum Feste

suren Harung, glövste nie?

Ick dacht my, dei sust mal sehen,
dat glövst doch du sömsten nich!
Werd den Harung bis taun Zehen
in dyn Stiefl doun, du Knich.

För de hochdütschen Lü:

Na warte!

Wenn die Kartoffeln ausgegraben
und das Stroh geschnitten ist,
werden Stube und Herze warm,
kommt die Weihnachtszeit gewiss.

Und der alte Knecht stapft draußen
an der Haustür nicht vorbei,
lohnt den Fleiß, bestraft die Flausen,
hat für alle Geschenke dabei:

Erna kriegt ne neue Tasche,
Hans einen Löffel für die Schuh,
Minna kriegt auf ihre Gusche
Lack und eine Spielzeugkuh.

Ich wäre nicht brav gewesen,
meinte Vater heute zu mir,
für solch Kinder gäbe es zum Feste
sauren Hering, glaubst du nicht?

Ich dachte mir, du sollst mal sehen,
das glaubst du doch selber nicht!
Werde den Hering bis zu den Zehen
in deinen Stiefel tun, du Knilch.

Wie

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Wie ein Pfeil und noch ein Pfeil
fliegen über mir zwei Enten!
Ihre Flügel flattern schnell,
schnell, als ob auf Luft sie rennten.

Wie ein Klops und noch ein Klops
fliegen über mir zwei Hunde.
Dass die beiden spinnen, machte,
eins zwei drei, im Dorf die Runde.

Wie ein Keil und noch ein Keil
fliegen über mir zwei Schwäne
und ein dritter fliegt am Schluss.
Oder warn es Auerhähne?

Wie ein Strich und noch ein Strich
fliegen über mir zwei Füchse.
Da ich Jäger bin, puff – peng,
schoss ich sie mit meiner Büchse.

Wie ein Ball und noch ein Ball
fliegen über mir zwei Schweine.
Wackeln mit dem Ringelschwanz,
haben aber Flügel keine.

Wie ein Baum und noch ein Baum
fliegen über mir zwei Pferde.
Plötzlich stoppen, werfen sie
ihre Äpfel nach mir – Merde!

Ist & Ist

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Wie wenn die Mandelbäume sich verneigten,
ein Neigen, in dem Wind sich wiegt,
darin ein Hauch von Frühlingstau,
wenn unsre Hände ineinander träumen.

Wie wenn die Ackerwinde uns ein Betttuch webte,
ein Daunenbett auf grünem Grund,
aus dem ein Grashalm schüchtern sprießt,
wenn wir in unsren Armen schwinden.

So bist du mir und bin ich dir.
Und sind uns mehr,
sind alles.

Und sind uns gut
und füreinander,
sind.

Einschlag

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Auf Wiesenauen bettet sich Pein der Nacht.
Am Himmel blähet wölbend ein Schwarzgespinst
daselbst bei müden Erlengründen.
Inbrünstig kräht es aus roten Hähnen.
Ein Aufschrei: Feuer! Blitzlicht aus grellem Glast
schlägt einverleibend Äste im schwülen Wahn.
Solch Brände, die durch Wolken blecken,
eilen mit sengendem Strahl hernieder.
Danach: Ein Schweigen – schluckender Schrei im Nichts,
erstarrtes Pendel himmlischer Übermacht –
ein Innehalten, eh die Dämme
brechen, um Heilsames auszugießen.